Ratgeber · Occasion
Elektroauto Occasion in der Schweiz kaufen: die Prüfliste in sechs Punkten

Beim gebrauchten Elektroauto steckt der grösste Teil des Werts in der Batterie, und von aussen siehst du ihr nichts an. Die folgende Liste geht sechs Punkte durch, die du vor der Unterschrift klärst. Zu jedem steht, welche Zahl wir dafür haben und wo die Rechnung offenliegt.
1. Alter und Kilometer mit dem typischen Zustand vergleichen
Der AGVS hat 677 Batterietests aus Schweizer Garagen ausgewertet. Der typische Wert (Median) liegt bei Fahrzeugen von einem bis zwei Jahren bei 98,3 Prozent der Neukapazität und bei Fahrzeugen von fünf bis sechs Jahren bei 94 Prozent. Das sind 4,3 Punkte in vier Jahren, rund 1,1 Punkte je Jahr; die Rechnung stützt sich auf 543 Tests. Ein Auto, das in seiner Altersklasse deutlich darunter liegt, ist kein Ausschlussgrund, aber eine Frage an den Verkäufer: Wie wurde es geladen, wie wurde der Wert gemessen, was zeigt ein zweites Verfahren?
Die Auswertung kennt Altersklassen und Laufleistungen, keine Marken. Wie schnell die Batterie deines Wunschmodells altert, sagt sie nicht. Die Klassen, die Streuung und der Unterschied zwischen den Prüfverfahren stehen auf der Datenseite, die der Reiter Batterie erklärt.
2. Den Zustand unabhängig messen lassen
Eine Zahl vom Verkäufer oder aus der Anzeige hat der Verkäufer ausgesucht. Ein Zertifikat einer Prüfstelle holst du selbst. Die Preise, die Unterschiede zwischen Flash-Test und Premium-Test und die Frage, ob du den Wert selbst auslesen kannst, stehen im Beitrag zum Batteriecheck. EnergieSchweiz führt das Thema in der Roadmap Elektromobilität unter Batteriezertifikat für E-Occasionen, der TCS beschreibt seinen Batterie-Test mit Ablauf und Preis. Der Test misst Kapazität und Zellen. Gehäuse, Dichtungen, Sensoren und Kabel prüft er nicht.
3. Die Restlaufzeit der Herstellergarantie ausrechnen
Die Garantie zählt ab Erstzulassung. Bei acht Jahren Laufzeit hat ein fünf Jahre altes Auto noch drei, und die Kilometergrenze läuft parallel. Wir haben die Bedingungen der Importeure für die fünfzehn grössten Marken im Steckermarkt nachgelesen: zehn der fünfzehn nennen acht Jahre oder 160’000 Kilometer, je nachdem was zuerst eintritt, und eine garantierte Restkapazität von 70 Prozent. Die Marke deines Autos steht mit ihrer Zeile im Beitrag zur Batteriegarantie.
Zwei Dinge klärst du schriftlich beim Importeur oder Händler: ob die Garantie beim Halterwechsel bestehen bleibt, und welche Wartungsnachweise sie verlangt. Beides regeln die Bedingungen je Marke unterschiedlich, und wir haben es nicht für alle fünfzehn ausgewertet.
4. Wissen, wo das Auto herkommt
Ein Teil der Occasionen ist im Ausland erstzugelassen und wurde importiert. Die Schweizer Importeure sind eigene Rechtsträger mit eigenen Bedingungen. Bei einem importierten Auto fragst du deshalb vor dem Kauf nach, welche Garantie in der Schweiz gilt und wer sie abwickelt. Wie gross der Gebrauchtimport ist und welche Marken er trägt, rechnet der Beitrag zu den Gebrauchtimporten.
5. Den Preis am Wertverlust messen
Der Preis eines Gebrauchten folgt dem Wertverlust, dessen steilster Teil in den ersten Jahren liegt. Welcher Kaufzeitpunkt sich nach welcher Rechnung lohnt, zeigt der Beitrag zum Wertverlust. Der Reiter Occasion oder neu stellt Neuwagen und Occasion mit deinen Annahmen gegenüber, der Reiter Gesamtkosten rechnet die Haltedauer.
6. Die laufenden Kosten mitrechnen
Die Verkehrssteuer legt jeder Kanton selbst fest, und sie fällt für Elektroautos sehr unterschiedlich aus; die Übersicht steht im Beitrag zur Verkehrssteuer. Dazu kommt der Strom. Ob du zu Hause laden kannst, entscheidet die Jahreskosten stärker als das Modell, mehr dazu im Beitrag zum E-Auto ohne eigene Wallbox.
Was wir nicht wissen
- Wie die Batterie deines Modells altert. Die AGVS-Auswertung führt Klassen nach Alter und Laufleistung, aber keine Marken und keine Modelle.
- Wie die Batterie des einen Autos vorher beansprucht wurde. Schnellladeanteil und Ladegewohnheiten stehen in keiner offenen Quelle und im Zertifikat nur indirekt.
Was das für einen Kauf heisst
- Vergleiche den Zustand mit dem typischen Wert der Altersklasse. Eine deutliche Abweichung ist eine Frage an den Verkäufer.
- Hol das Zertifikat selbst. Es entsteht vor der Unterschrift und bei einer Stelle, die am Verkauf nichts verdient.
- Rechne die Restgarantie aus. Erstzulassung, Jahre, Kilometergrenze und Schwelle der Marke gehören zusammen.
- Frag bei Importen nach der Schweizer Garantie. Schriftlich und vor dem Kauf.
Quellen: AGVS-Auswertung der Batterietests, erhalten am 16.09.2026 (Auto Gewerbe Verband Schweiz, SOHC-Datenbank); Garantiebedingungen der Schweizer Importeure, abgelegt mit Adresse und Abrufdatum in batteriegarantie.json ↗; EnergieSchweiz, Roadmap Elektromobilität; TCS, E-Auto Batterie-Test.
Transparenz: Der Median und die Verlustrate je Jahr sind aus den Altersklassen gerechnet, die mindestens 60 Tests tragen und mit einem Jahr beginnen; die Klasse der Neuwagen fällt heraus, weil ein Garantieantrag mit 5 Prozent sie verzerrt. Die Restgarantie gilt für die Bedingungen von Neuwagen der Schweizer Importeure. Jede Zahl dieses Beitrags wird bei jeder Änderung automatisch nachgerechnet und im Text gesucht, in allen vier Sprachen.