Occasion oder neu

Zulassungszahlen aus den Original-Excel-Dateien von auto-schweiz, selbst ausgewertet. Stand 2026-08-31.

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Occasion oder neu?

Entscheidend ist, wer den Wertverlust der ersten Jahre trägt. Hier stehen die Zahlen dazu und wo sie aufhören.

−8,3 %
Wertverlust E-Occasionen 2025
gegenüber −0,2 % bei Benzinern
61’078
Franken für einen Neuwagen
Durchschnitt Q1 2026, plus 0,2 %
6,5
Pannen je 1000 E-Autos
ADAC, vierjährige Fahrzeuge · Verbrenner 12,5
23–46
Franken für 50 kWh
an Schweizer Raststätten, je nach Anbieter
Das Wichtigste in drei Sätzen
  • Den grössten Wertverlust eines Elektroautos zahlt der Erstkäufer — ein zwei- bis dreijähriges Fahrzeug ist der günstigste Einstieg.
  • Der Zustand der Batterie entscheidet, nicht der Kilometerstand: ohne Zustandsbericht kauf kein gebrauchtes Elektroauto.
  • Der Betriebskostenvorteil entsteht an der Steckdose, nicht im Fahrzeug — zwischen Heimladen und Raststätte liegt der Faktor zwei bis drei.
Die Zweitkäufer-Strategie

Den steilen Anfang zahlt der Erste — du kaufst danach

Der grosse Wertverlust der ersten zwei bis drei Jahre ist das Risiko des Erstkäufers und genau deine Chance als Zweitkäufer. In Zahlen: Ein gebrauchtes Elektroauto kostet im Schnitt CHF 40’599, ein neues CHF 51’424 (Q1 2026). Die rund CHF 11’000 Differenz hat jemand anderes abgeschrieben, nicht du. Bei einzelnen Modellen ist der Abstand noch grösser — ein Jaguar I-Pace verliert über 60 Prozent gegenüber dem Neupreis.

Die Bedingung: Diese Rechnung geht nur mit gesunder Batterie auf. Ohne gemessenen SoH kaufst du den Rabatt blind und siehst nicht, ob er den normalen Wertverlust abbildet oder einen echten Defekt verdeckt. Verlange darum ein aktuelles Batteriezertifikat. Wie du das bekommst und liest, steht weiter unten unter «Die Batterie prüfen».

Wie gross der E-Auto-Occasionsmarkt heute ist

Bei den Neuwagen sind reine Elektroautos 2025 auf 22,8 Prozent Marktanteil gekommen, mit Plug-in zusammen auf 34 Prozent. Im gesamten Fahrzeugbestand auf Schweizer Strassen sind aber erst 5,2 Prozent aller Personenwagen rein elektrisch — ein Jahr davor waren es 4,2 Prozent.

Diese Lücke zwischen Neuverkauf und Bestand ist der Grund, warum die Auswahl an gebrauchten E-Autos heute noch dünn wirkt: Was neu verkauft wird, taucht erst mit einigen Jahren Verzögerung als Occasion auf. Der Sprung von 4,2 auf 5,2 Prozent in einem Jahr zeigt aber auch, wie schnell der Bestand wächst. Wer heute wenig findet, findet in ein bis zwei Jahren deutlich mehr — und mit dem grösseren Angebot sinken die Preise weiter.

Quelle: auto-schweiz-Jahresbericht 2025 (Mai 2026), Register ASTRA/IVZ. Neuzulassungs- und Bestandsanteile Personenwagen, Schweiz und Fürstentum Liechtenstein, Stichtag Bestand 30.09.2025.

Was gebraucht ins Land kommt

Fast jedes zehnte gebraucht importierte Auto ist elektrisch — und es ist kaum gefahren.

41’529gebraucht importierte Personenwagen
4’011davon rein elektrisch
9,7 %Elektroanteil der Importe
4 MonateMedian-Versatz der elektrischen

Ein Teil des Occasionsmarkts entsteht gar nicht in der Schweiz: Fahrzeuge werden gebraucht eingeführt und hier erstmals immatrikuliert. Das Bundesamt für Strassen führt diese Importe je Fahrzeug, mit Antrieb, Herkunftsland und Kanton.

Der Befund, der für den Kauf zählt: die elektrischen Importe sind fast neu. Wer eine E-Occasion sucht, kauft in diesem Kanal faktisch einen Jahreswagen — junge Rückläufer aus Leasing und Flotten, keine alten Gebrauchten. Bei den Verbrennern ist es umgekehrt.

Woher die elektrischen kommen

Deutschland1’768
Italien366
Belgien273
Spanien242
Oesterreich237
Norwegen201
Frankreich177
Niederlande167

Gerechnet wird nur das laufende Jahr. Die Jahresdateien bis 2021 führen keinen Hybridcode; Plug-in und Vollhybrid sind dort nicht zu trennen, und eine Jahresreihe zeigte für jene Jahre eine Null bei den Plug-ins, die «nicht erhoben» bedeutet und wie «keine» aussieht.

Quelle: Bundesamt für Strassen ASTRA, Informationssystem Fahrzeuge (IVZ), Datensatz Gebrauchtimporte. Personenwagen, zugeordnet nach dem Jahr der Ersterfassung in der Schweiz. Gezählt wird der Kanton der laufenden Immatrikulation, nicht der ersten — bei einem Import ist das oft der Sitz des Importeurs.

Der Occasionsmarkt, Jahr für Jahr

Von 2,45 Prozent auf 6,69: So viele Halterwechsel bei Personenwagen betrafen ein rein elektrisches Fahrzeug, Jan–Sep 2022 bis Jan–Sep 2026.

Jan–SepWechsel E-AutoAnteilAlter in Jahren 
202213’5782,45 %1,8
202313’6592,43 %2,1
202420’5343,59 %2,4
202529’0165,01 %2,7
202638’0376,69 %3,1

Jedes Jahr steht für sich, und alle stehen für dieselben Monate — Jan–Sep. Ein laufendes Jahr gegen ganze Jahre zu stellen ergäbe einen Einbruch, den es nicht gibt. Der Vergleich über gleiche Perioden ist dieselbe Regel wie beim Auf- und Absteiger im Modell-Radar.

Die letzte Spalte ist die interessantere: Das mittlere Alter der Fahrzeuge beim Halterwechsel steigt von 1,8 auf 3,1 Jahre. Der elektrische Occasionsmarkt lebte anfangs von fast neuen Wagen — Leasingrückläufer und Vorführfahrzeuge. Er wird älter, und das ist die Voraussetzung dafür, dass ein Elektroauto überhaupt für jemanden erschwinglich wird, der keinen Neuwagen kauft.

Nicht jedes Jahr liegt über dem vorigen: 2023 lag der Anteil unter dem Wert von 2022. Ein Vergleich, der nur zwei Jahre nebeneinander stellt, zeigt so etwas nie — er sieht immer nach einer geraden Linie aus.

Gezählt werden Halterwechsel, nicht Verkäufe: Erbgang, Umzug in eine andere Halterschaft und Rückgabe an den Händler stehen mit darin. Der Anteil misst, wie viele aller Halterwechsel ein Elektroauto betreffen — nicht, wie oft ein Elektroauto die Hand wechselt. Dafür fehlt in dieser Datei der Bestand an Elektroautos.

Quelle: Bundesamt für Strassen ASTRA, Informationssystem Fahrzeuge (IVZ), Datensatz Halterwechsel (AHOI), Monat für Monat seit Januar 2022, täglich abgerufen. Ausgewertet werden ausschliesslich Anzahl und Fahrzeugalter — keine Auswertung nach Alter, Geschlecht oder Wohnort von Halterinnen und Haltern.

Durchschnittspreise Occasionen nach Antrieb, Jahresdaten 2025

Elektro-Occasionen verlieren mit −8,3 Prozent am schnellsten an Wert — genau der Abschlag, den der Erstbesitzer getragen hat und den du als Zweitkäufer mitnimmst.

AntriebsartØ Preis CHFΔ ggü. 2024 
Plug-in-Hybrid 56’156 +1,25 %
Mild-Hybrid 50’245 -5 %
Elektro 43’549 -8,3 %
Benzin 37’571 -0,2 %
Voll-Hybrid 35’479 -1,2 %
Diesel 23’673 -6 %

Quelle: AutoScout24-Jahresdaten 2025, wiedergegeben über motoro.ch (Sekundärquelle, Mai 2026).

Q1 2026 — hat sich der Verfall gestoppt?

  • Occasionen gesamt Ø CHF 36’884 (−3,4 % gegenüber Vorquartal)
  • Gebrauchte Elektroautos Ø CHF 40’599 (−3,2 %)
  • Neue Elektroautos Ø CHF 51’424 (−4,2 %)
  • Neuwagen gesamt Ø CHF 61’078 (+0,2 %)

AutoScout24 meldet, der Preisverfall sei im März 2026 zum Stillstand gekommen. Ob Boden oder Pause, lässt sich aus einem Quartal nicht sagen.

Widersprüchliche QuellenlageDie NZZ meldete im April 2026, Elektro-Occasionen seien erstmals günstiger als gebrauchte Verbrenner. Die AutoScout24-Zahlen zeigen für dasselbe Quartal das Gegenteil (BEV CHF 40’599 gegen Gesamtdurchschnitt CHF 36’884). Der Widerspruch löst sich vermutlich über unterschiedliche Vergleichsbasen — Flottendurchschnitt gegen alters- und segmentbereinigten Vergleich —, ist aus den öffentlich zugänglichen Angaben aber nicht auflösbar. Beide Zahlen stehen hier ungeglättet.

Einzelmodelle: wie tief es gehen kann

  • Jaguar I-Pace: −62 % gegenüber Neupreis. Neupreis im Schnitt über CHF 93’000, Occasionspreis Ø CHF 35’500.
  • Porsche Taycan: −50 % des Neupreises.

Quelle: AutoScout24-Auswertung für Blick. Basis: Modelle mit mindestens zehn Inseraten Januar 2023 bis Februar 2024, Erstzulassung 2019–2022. Stand Anfang 2024 — rund zweieinhalb Jahre alt. Neuere frei zugängliche Modellwerte gibt es nicht.

Je teurer und je seltener, desto härter der Absturz. Beide Modelle liefen in kleiner Stückzahl. Das Modell-Radar markiert solche Fahrzeuge mit «selten».

Wie zuverlässig ist ein gebrauchtes E-Auto?

FahrzeugalterPannen je 1000 ElektroPannen je 1000 VerbrennerVerhältnis
2 Jahre2,15,81 : 2,8
4 Jahre6,512,51 : 1,9
5 Jahre10,317,41 : 1,7

Quelle: ADAC-Pannenstatistik 2026 (Datenjahr 2025), 158 Fahrzeugreihen von 27 Herstellern. Deutsche Datenbasis — eine schweizspezifische modellscharfe Erhebung existiert nicht.

  • Häufigste Panne über alle Antriebe: die 12-Volt-Batterie, fast die Hälfte aller Einsätze.
  • Die spezifische E-Auto-Schwäche ist das Bordnetz. Dort liegen sie über den Verbrennern, unter anderem wegen Ruhestrom durch App-Funktionen.
  • Zuverlässigste Dreijährige insgesamt: BMW i3 (0,4) und Tesla Model 3 (0,7) — beide elektrisch.
  • Konkret auffällig im Elektrosegment: Hyundai Ioniq 5, dokumentierte Probleme mit der Ladesteuerung (ICCU), die im Fehlerfall zum Liegenbleiben führen kann.

Alles zur Batterie steht jetzt im eigenen Reiter

Zustand, Messverfahren, welcher Wert gut ist, LFP gegen NMC, Lebensende und Brandrisiko sind aus diesem Reiter in den Reiter Batterie gezogen. Der Stoff lag an vier Stellen und war hier drei Klicks tief; die Batterie ist beim Occasionskauf die erste Frage, nicht die letzte. Hier geht es um Preis, Wertverlust und Besichtigung.

Crashtests: das Ergebnis überrascht viele

Euro NCAP hat Ende 2025 in der grössten Gruppenprüfung des Jahres 23 Modelle getestet, bevor 2026 strengere Kriterien in Kraft traten. 18 Fahrzeuge erhielten fünf Sterne, fünf nur vier. Die drei besten Gesamtwertungen mit je 93 Prozent gingen an das Mercedes CLE Coupé und an zwei chinesische Elektro-SUV: den Leapmotor B10 und den Hongqi EHS7.

ErwachsenenschutzWert 
Leapmotor B10 China93 %
BYD Seal 6 China92 %
Tesla Model Y USA91 %
Škoda Elroq Tschechien90 %
VW ID.3 Deutschland86 %
BMW 2er Gran Coupé Deutschland, nur vier Sterne78 %

Quellen: Euro NCAP über autohaus.de, auto-medienportal und autocolumn, Testrunde November 2025.

Der Befund läuft gegen die ErwartungDas verbreitete Misstrauen gegenüber chinesischen Fahrzeugen findet im Crashtest keine Grundlage. Der Leapmotor B10 für rund 30’000 Euro schützt Erwachsene besser als VW ID.3 und Škoda Elroq. Der BYD Seal 6 liegt vor dem BMW 2er Gran Coupé, der mit 78 Prozent und vier Sternen zu den schwächsten Ergebnissen des Testjahrs gehört. Und Preis schützt nicht: Volvo EX90 für 83’000 Euro kommt auf 89 Prozent Gesamtwertung, der MG4 für rund 33’000 Euro auf 85.
Drei EinschränkungenErstens: Hersteller entscheiden mit, wann ein Modell zum Test antritt. Wer ein schwaches Ergebnis erwartet, meldet später oder gar nicht. Die Bilanz aller getesteten Fahrzeuge ist deshalb besser als der Gesamtmarkt.

Zweitens: Die Aussage, jedes bisher getestete chinesische Auto habe fünf Sterne erhalten, stammt aus einer Sekundärquelle und liess sich bei Euro NCAP nicht verifizieren. Sie steht hier als Hinweis, nicht als Beleg.

Drittens: Ab 2026 gelten strengere Kriterien. Ergebnisse aus 2025 und 2026 sind nicht direkt vergleichbar. Prüf beim konkreten Fahrzeug das Testjahr mit.

Was das Laden kostet, steht jetzt im eigenen Reiter

Ladepreise, Anbieter, Ladekarten und die Ladezeiten zu Hause sind aus diesem Reiter in den Reiter Laden gezogen — zusammen mit den Zahlen des Bundesamts für Energie zur öffentlichen Ladeinfrastruktur. Hier geht es um Wertverlust und Preis; das Laden hat mit beidem wenig zu tun und stand deshalb am falschen Ort.

Occasion oder neu — wattradar
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