Ratgeber · Kosten
Lohnt sich ein Elektroauto in der Schweiz? Drei Zahlen entscheiden

Die kurze Antwort: Für alle, die zu Hause laden können, meistens ja. Bei 12’000 Kilometern im Jahr kostet der Strom zu Hause CHF 557, der Treibstoff für einen gleich grossen Benziner CHF 1’635. Ob es sich für dich lohnt, hängt an drei Dingen: wo du lädst, wie viel du fährst und in welchem Kanton das Auto eingelöst ist. Der Rechner im Reiter Mein E-Auto rechnet das mit deinen eigenen Zahlen.
Was kosten 100 km mit dem Elektroauto wirklich?
Bei 18 kWh je 100 Kilometer kostet die Energie zu Hause CHF 4.64 ohne Mehrwertsteuer, gerechnet mit dem amtlichen Haushaltstarif von 25,79 Rappen je Kilowattstunde. Am Schnelllader sind es CHF 13.59 zum Medianpreis der Roamingnetze, je nach Netz zwischen CHF 11.70 und CHF 21.42. Der Benziner mit 6,8 Litern braucht bei Bleifrei 95 zu CHF 2.00 für dieselbe Strecke CHF 13.63. Zu Hause geladen kostet die Strecke damit rund ein Drittel des Benzins, am Schnelllader ungefähr gleich viel.
Stromkosten: wo du lädst
Gerechnet mit 18 kWh je 100 Kilometer und dem amtlichen Haushaltstarif (Profil H5, netto, plus Mehrwertsteuer) kostet die Energie zu Hause CHF 557 im Jahr. Wer ausschliesslich an Schnellladern lädt, zahlt CHF 1’631. Der Benziner mit 6,8 Litern je 100 Kilometer braucht bei Bleifrei 95 zu CHF 2.00 Treibstoff für CHF 1’635. Zu Hause geladen bleiben damit CHF 1’078 im Jahr.
Wann kippt die Rechnung? Erst ab einem Strompreis von 75,7 Rappen je Kilowattstunde kostet die Energie gleich viel wie beim Benziner. Wie sich die Preise an öffentlichen Säulen zusammensetzen, steht im Beitrag über das E-Auto ohne eigene Wallbox und im Reiter Laden.
Wie gross muss eine PV-Anlage sein, um ein Elektroauto zu laden?
Für 12’000 Kilometer im Jahr braucht das Auto 2’160 Kilowattstunden. Eine Dachanlage mit 30 Grad Neigung liefert in Zürich 1’145 Kilowattstunden je Kilowatt Spitzenleistung, gerechnet mit PVGIS der EU-Kommission. Rechnerisch reichen damit 1,9 kWp, also 5 Module zu 400 Watt. Das gilt für die Summe über ein Jahr: im Winter liefert dieselbe Anlage deutlich weniger, und der Solarstrom kommt nur ins Auto, wenn es tagsüber an der Wallbox steht. Was die Anlage erzeugt, während das Auto unterwegs ist, geht ins Netz und wird zum Rückliefertarif vergütet.
Fahrprofil: wie viel du fährst
Der Energievorteil wächst mit jedem Kilometer, weil Strom und Benzin beide je Kilometer bezahlt werden. Wer doppelt so viel fährt, spart bei gleichen Preisen doppelt so viel; wer wenig fährt, braucht länger, bis ein höherer Kaufpreis eingeholt ist. Für die Reichweite zählt der längste Weg, den du regelmässig fährst, und nicht der Durchschnitt. Gemessene Praxiswerte einzelner Modelle stehen in den Fahrzeugreporten.
Steuer: wo das Auto eingelöst ist
Die Verkehrssteuer erheben die Kantone, und für Elektroautos fällt sie sehr verschieden aus. Für dasselbe Fahrzeug zahlst du über sechs Jahre CHF 540 in Graubünden und CHF 2’144 in St. Gallen, Faktor 4,0. Die Tarife aller ausgewerteten Kantone und warum eine Occasion mehr kosten kann als ein Neuwagen, stehen im Beitrag zur Verkehrssteuer.
Wertverlust und Batterie
Der grösste Posten über die Haltedauer ist bei vielen Autos der Wertverlust. Wie er sich je nach Kaufzeitpunkt entwickelt, rechnet der Beitrag zum Wertverlust, und der Reiter Occasion oder neu stellt eine junge Occasion gegen den Neuwagen. Die Batterie sichert die Garantie ab: Zehn von fünfzehn Marken im Steckermarkt nennen acht Jahre oder 160’000 Kilometer und eine Restkapazität von 70 Prozent. Die Zeile für deine Marke steht im Beitrag zur Batteriegarantie.
Typische Fehler
- Nur den Kaufpreis vergleichen. Energie, Steuer und Wertverlust fallen jedes Jahr an und kehren die Rechnung oft um. Welche Modelle es in welcher Preisstufe gibt, zeigt die Seite Günstige Elektroautos. Was ein Kilometer Reichweite kostet, rechnet der Beitrag Elektroauto Preis und Reichweite.
- Mit dem falschen Ladepreis rechnen. Zwischen Heimladen und reinem Schnellladen liegen bei 12’000 Kilometern CHF 1’074 im Jahr.
- Die Prospektreichweite für den Winter halten. Sie gilt für eine Variante unter Normbedingungen.
- Die Garantie aus dem Prospekt lesen. Dauer, Kilometergrenze und Restkapazität stehen in den Bedingungen des Schweizer Importeurs.
- Den eigenen Kanton vergessen. Die Verkehrssteuer kann über die Haltedauer mehr ausmachen als ein Ausstattungspaket.
Jetzt mit deinen Daten rechnen
Der Rechner im Reiter Mein E-Auto fragt dein Fahrprofil, deinen Ladeort und dein heutiges Auto ab. Er sagt, ob Lade- und Fahrprofil zusammenpassen, was das Elektroauto über die Haltedauer netto kostet und ob eine junge Occasion günstiger kommt. Alle Posten einzeln mit Rechenweg stehen im Reiter Gesamtkosten, die Reihenfolge der Kaufentscheidung im Beitrag Elektroauto kaufen in der Schweiz.
Was wir nicht wissen
- Was dir ein Händler für ein bestimmtes Auto bietet. Rabatte und Aktionen erfasst keine offene Quelle.
- Was deine Versicherung kostet. Prämien hängen an Person, Wohnort und Fahrzeug, und eine offene Tarifquelle gibt es nicht.
- Wie weit dein Auto im Winter kommt. Eine datierte Messreihe mit Quelle liegt uns dafür nicht vor.
Quellen: Haushaltstarif: ElCom-Tarifdaten 2026 über LINDAS, Profil H5. Ladepreise: Swisscharge, «Charging Prices at Swisscharge», Stand Januar 2026, abgerufen am 11.09.2026. Treibstoff: machelo, Tagesschnitt der bestätigten Preismeldungen, Bleifrei 95 zu CHF 2.00 am 09.10.2026. Verkehrssteuer: die kantonalen Erlasse, ausgewertet im Beitrag zur Verkehrssteuer. Garantiebedingungen: die Dokumente der Schweizer Importeure in batteriegarantie.json ↗.
Transparenz: Die Jahresbeträge sind gerechnet und nicht erhoben, also Verbrauch mal Preis ohne Ladeverluste und ohne Start-, Standzeit- und Monatsgebühren. Kilometer und Verbrauch sind dieselben Annahmen wie im Reiter «Gesamtkosten». Jede Zahl dieses Beitrags wird bei jeder Änderung automatisch nachgerechnet und im Text gesucht, in allen vier Sprachen.