Laden & Kosten

E-Auto ohne eigene Wallbox: was öffentliches Laden im Jahr kostet

Wer zur Miete wohnt, hängt sich nicht einfach eine Wallbox an den Stellplatz. Darüber entscheidet die Liegenschaft. Die Frage dahinter ist keine technische, sondern eine Rechnung: Was kostet ein Elektroauto, wenn du es ausschliesslich öffentlich lädst? Bei 12’000 Kilometern im Jahr sind es CHF 1’631 am Schnelllader statt CHF 555 zu Hause, also CHF 1’076 mehr. Gegenüber einem gleich grossen Benziner bleiben trotzdem CHF 115 übrig.

Die Rechnung, in einer Tabelle

Vier Annahmen stehen darin, und es sind dieselben, mit denen der Reiter «Gesamtkosten» rechnet: 12’000 Kilometer im Jahr, 18 kWh Verbrauch je 100 Kilometer, 6,8 Liter beim Benziner, Bleifrei 95 zu CHF 2.14. Daraus werden 2’160 kWh oder 816 Liter im Jahr. Zwischen den Zeilen unterscheidet sich allein der Preis je kWh.

Wo geladen wirdRp./kWhim Jahr
zu Hause, Haushaltstarif25,68CHF 555
öffentlich, Wechselstrom (Median)50,0CHF 1’080
öffentlich, Gleichstrom (Median)75,5CHF 1’631
Benziner, zum Vergleich—CHF 1’746

Der Haushaltstarif ist der amtliche Schweizer Wert für das Tarifjahr 2026, Profil H5 («Haus mit Elektroauto»). Die beiden öffentlichen Preise sind Mediane über die Netze, die Swisscharge auf ihrer Roamingkarte ausweist: 7 mit Wechselstrom, 8 mit Gleichstrom. Nach Nutzung gewichtet sind sie nicht. An welchen Säulen wie viel geladen wird, veröffentlicht in der Schweiz niemand.

Der Abstand zum Benziner ist dünn

CHF 115 im Jahr sind 6,6 Prozent. Wer ausschliesslich am Schnelllader lädt, fährt damit weder teurer noch spürbar billiger als mit Benzin; der Energievorteil des Elektroautos ist in diesem Fall praktisch aufgebraucht. Der Kipppunkt liegt bei 80,8 Rappen je kWh. Darüber kostet der Strom mehr als der Sprit.

Und die Netze liegen weit auseinander. Das billigste Gleichstromnetz auf derselben Karte verlangt 65,0 Rappen und kommt auf CHF 1’404 im Jahr, CHF 342 unter dem Benziner. Das teuerste verlangt 119,0 Rappen und kommt auf CHF 2’570, CHF 824 darüber. Beim Wechselstrom reicht die Spanne von 37,0 bis 86,0 Rappen.

Gegenüber dem Benziner geht es um CHF 115 im Jahr. Zwischen dem billigsten und dem teuersten Schnellladenetz um CHF 1’166.

Was du zahlst, hängt an der Karte

Dieselbe Säule kostet mit zwei verschiedenen Ladekarten zwei verschiedene Beträge. Die Tabelle oben nimmt die Roamingpreise einer einzigen Karte; die Apps der Betreiber können darunter liegen, belegt haben wir das nur für die fünf Netze, die eine Versicherungskarte führt. Drei Posten kommen dazu, die in keinem Preis je kWh stecken:

Die Preise sind abgeschrieben und datiert, nicht abgerufen. Eine offene Reihe mit Schweizer Ladetarifen gibt es nicht, und mehrere Betreiber veröffentlichen ihre Preise gar nicht. GOFAST schreibt auf der eigenen Seite, der Preis unterscheide sich von Station zu Station und stehe in der App.

Ob überhaupt eine Säule in der Nähe steht

Im August 2026 zählte das Bundesamt für Energie 19’620 öffentliche Ladestecker an 18’874 Ladestationen auf 8’827 Standorten; 4’645 Stecker liefern über 100 Kilowatt. Die drei Zahlen werden oft in einen Topf geworfen, messen aber Verschiedenes, und «Ladepunkt» ist keine von ihnen.

Vom einzelnen Ladestandort aus ist der nächste Schnelllader ab 42 Kilowatt im Median 0,7 Kilometer entfernt, bei neun von zehn Standorten unter 4,6 Kilometer; rund 1’300 solche Standorte gibt es. Gemessen wird dabei von bestehenden Standorten aus und nicht flächig: Ein Tal ohne jede Ladesäule kommt in der Rechnung gar nicht vor. Für die eigene Adresse beantwortet das nur ein Blick auf die Karte.

Die Haushaltssteckdose als Ersatz

Wer einen Stellplatz mit Steckdose hat, aber keine Wallbox, rechnet mit 2,3 Kilowatt. In acht Stunden kommen 18,4 kWh zusammen, das reicht für rund 102 Kilometer. Für 12’000 Kilometer im Jahr braucht es damit rund 117 Ladenächte.

Rechnerisch geht das auf, technisch ist es die Ausnahme: Der Stromkreis einer gewöhnlichen Steckdose ist für Dauerlast nicht gebaut, und der Ladeziegel begrenzt meist auf 8 bis 10 Ampere. Für den regelmässigen Gebrauch gehört dorthin eine fest installierte Ladestelle, angeschlossen von einem konzessionierten Betrieb.

Was wir nicht wissen

Was das für einen Kauf heisst

Quellen: Bundesamt für Energie, «Kennzahlen öffentliche Ladeinfrastruktur Elektromobilität», Stand August 2026, und «Ladestellen für Elektroautos» über geo.admin.ch. Haushaltstarif: ElCom-Tarifdaten 2026 über LINDAS, Profil H5. Ladepreise: Swisscharge, «Charging Prices at Swisscharge», Stand Januar 2026, abgerufen am 11.09.2026. Treibstoff: TCS, durchschnittliche Treibstoffpreise, Bleifrei 95 zu CHF 2.14 vom 19.09.2026. Leitfäden für Liegenschaften: built2charge von Swiss eMobility, HEV und SVIT.

Transparenz: Die Jahresbeträge sind gerechnet und nicht erhoben, also Verbrauch mal Preis ohne Ladeverluste. Sie enthalten allein die Energie: Startgebühren, Standzeitgebühren, Monatsgebühren und Parkgebühren stehen nicht darin, und sie gehen in beide Richtungen. Die öffentlichen Preise sind Mediane über die Netze einer einzigen Roamingkarte und nicht nach Nutzung gewichtet; eine gewichtete Zahl gäbe es nur mit Ladevorgängen, die niemand veröffentlicht. Die Annahmen zu Kilometern und Verbrauch sind dieselben wie im Reiter «Gesamtkosten» und werden bei jedem Build von dort gelesen. Jede Zahl dieses Beitrags wird bei jedem npm test nachgerechnet und im Text gesucht, in allen vier Sprachen.

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