Ratgeber · Batteriecheck

Wo du den Batteriecheck für ein Occasions-E-Auto machst — und ob du ihn selber machen kannst

Die Batterie ist das teuerste Teil am Elektroauto und beim Occasionskauf die grösste Unbekannte. Die gute Nachricht: In der Schweiz kannst du ihren Zustand unabhängig prüfen lassen und bist dafür nicht auf das Wohlwollen des Verkäufers angewiesen. Hier steht, bei wem, was es kostet und ob du es selber machen kannst.

Zwei Arten von Test

Beide messen den «State of Health» (SoH), also die verbleibende Kapazität gegenüber dem Neuzustand — aber unterschiedlich gründlich.

Bei wem in der Schweiz

Wichtig zu wissen: Das sind viele Türen, aber dahinter steht fast immer derselbe Anbieter. TCS, ACS, AXA und die meisten Garagen verkaufen alle das Aviloo-Verfahren weiter. Ein gleichwertiges, unabhängiges Konkurrenzzertifikat gibt es im Schweizer Markt derzeit praktisch nicht. Der SoH-Wert, den das Auto selbst über die Diagnosebuchse ausgibt, ist kein Ersatz — er ist herstellerspezifisch und nicht zwischen Marken vergleichbar.

Nicht verwechseln — Versicherung ist kein Test. Eine E-Auto-Versicherung mit Akku-Deckung, etwa «Elektro-Plus» bei der Zürich, ersetzt dir im Schadenfall die Batterie oder deckt Schäden durch falsches Laden. Sie sagt dir aber nichts über den Gesundheitszustand des Akkus. Ein Batterietest misst genau diesen Zustand, hilft dir dafür nicht, wenn die Batterie kaputtgeht. Das eine schützt dein Portemonnaie, das andere deine Kaufentscheidung. Die AXA steht oben in der Liste, weil sie den Test vermittelt — nicht wegen ihrer Versicherung. Auch der Sicherheitscheck, den ein Versicherer nach einer Reparatur macht, ist kein SoH-Zertifikat.

Für die Preisverhandlung brauchst du kein teures Gerät, sondern ein Zertifikat, das jemand Unabhängiges ausstellt.

Kann man es selber machen?

Zum Teil ja, und das überrascht viele. Der Premium-Test ist im Kern ein Selbsttest: Das Gerät kommt per Post, du fährst die Batterie selbst leer, lädst die Daten hoch und bekommst das Zertifikat — ganz ohne Werkstatttermin.

Noch günstiger geht es mit einem einfachen OBD-Stecker für 20 bis 50 Franken und einer App wie Car Scanner oder, für Nissan, LeafSpy. Die liest bei vielen Modellen einen SoH-Rohwert aus. Zwei Haken: Es ist modellabhängig und du musst die Zahl selbst einordnen können — und es ist kein unabhängiges, standardisiertes Zertifikat, mit dem du beim Verkäufer oder Hersteller antrittst. Für die eigene Beruhigung reicht der Stecker. Als Beweismittel in der Verhandlung taugt er nicht.

Worauf der Test keine Antwort gibt

Ein SoH-Test misst die Kapazität und die Zellen. Er prüft nicht die Mechanik und Peripherie der Batterie — Gehäuse, Dichtungen, Sensoren, Pumpen, Kabel. Das schreibt der TCS ausdrücklich dazu. Und eine Flash-Momentaufnahme ist weniger exakt als eine volle Entladefahrt. Auch gilt: SoH ist nicht gleich SoH, verschiedene Verfahren liefern nicht denselben Wert. Wer die Zahl liest, sollte wissen, was sie abdeckt und was nicht.

Was der SoH-Wert genau bedeutet und welche Zahl gut oder schlecht ist, steht im Occasion-Tab unter «Die Batterie prüfen».

Quellen: TCS (Aviloo Flash-Test, E-Occasionstest), Preisangaben Kanton Zürich über Blick (März 2025); ACS-Medienmitteilung zur Aviloo-Partnerschaft; Aviloo (Premium-Test, Zertifikat); EnergieSchweiz (Roadmap Elektromobilität). Preise variieren je nach TCS-Sektion und über die Zeit — vor der Buchung prüfen.

Wo du den Batteriecheck für ein Occasions-E-Auto machst — und ob du ihn selber machen kannst
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