Ratgeber · Solarstrom und Elektroauto
Elektroauto Solar laden: Was bringt die eigene Anlage?
Wer ein Elektroauto mit Strom vom eigenen Dach laden will, fragt zuerst, wie viel davon im Haus bleibt und was das wert ist. Wir haben es für eine Dachanlage mit 6 kWp in Zürich gerechnet, 30 Grad Neigung, nach Süden. Sie liefert im Jahr 6’870 Kilowattstunden. In einem Haus ohne Elektroauto (4’500 Kilowattstunden Jahresverbrauch) verbrauchst du davon 1’739 selbst, in einem Haus mit Elektroauto (7’500 Kilowattstunden) 2’598. Das Auto bringt der Anlage damit 859 Kilowattstunden Eigenverbrauch dazu.
Was das Auto an der Dachanlage ändert
Das Auto braucht in diesem Vergleich 3’000 Kilowattstunden im Jahr zusätzlich. 859 davon, also 29 Prozent, kommen vom eigenen Dach, der Rest aus dem Netz. Der selbst verbrauchte Anteil der Anlage steigt von 25,3 auf 37,8 Prozent. Eine selbst verbrauchte Kilowattstunde ersetzt Netzbezug zu 25,79 Rappen, eine eingespeiste bringt die Mindestvergütung von 6,00 Rappen. Der Abstand von 19,79 Rappen ergibt bei 859 Kilowattstunden rund CHF 170 im Jahr. Beide Tarife sind netto, auf der Stromrechnung kommt beim Bezug die Mehrwertsteuer dazu.
Diese Zahlen gelten für ein Auto, das lädt wie der übrige Haushalt. Der Tagesverlauf ist synthetisch, mit einer Morgen- und einer Abendspitze; echte Viertelstundenwerte haben wir nicht. Lädst du gezielt mittags, holt das Auto mehr aus der Anlage heraus, lädt es nachts, weniger. Wie viel mehr und wie viel weniger, haben wir nicht gerechnet.
Steckersolar: das Panel reicht für ein Auto nicht
Das LANDI-Panel mit 400 Wp liefert in der Simulation 460 Kilowattstunden im Jahr (Zürich, 35 Grad aufgeständert) und verbraucht sie vollständig selbst, mit und ohne Auto. Bei 18 Kilowattstunden auf 100 Kilometer reichen 460 Kilowattstunden für rund 2’600 Kilometer. Das Panel kostete am Erhebungstag CHF 249 und war nicht bestellbar. Es senkt den Strombezug des Haushalts, an der Ladung des Autos ändert es wenig.
Was ein Dachpaket kostet
Helion bietet zusammen mit IKEA zwei Pakete an: 9,1 kWp für CHF 24’999 und 10,92 kWp mit einer Batterie von 7 kWh für CHF 35’999, beide nach Abzug der Förderung. Die CHF 170 im Jahr sind der Beitrag des Autos bei 6 kWp. Der Beitrag wächst mit der Anlage: bei 2 kWp sind es 493 Kilowattstunden mehr Eigenverbrauch, bei 10 kWp 1’021. Wann sich eine ganze Anlage rechnet, zeigt dieser Beitrag nicht.
Was das für dich heisst
- Eigenes Dach, Auto kommt dazu. Bei 6 kWp sind es 859 Kilowattstunden Eigenverbrauch mehr, netto rund CHF 170 im Jahr.
- Kein eigenes Dach. Als Mieter oder Stockwerkeigentümer hängt es an der Hausgemeinschaft, siehe Recht auf Laden und im Reiter Laden den Abschnitt zu Solarstrom aus dem Gebäude.
- Wärmepumpe im Haus. Dann gilt die Rechnung nicht: die ElCom führt dieses Haus mit 13’000 Kilowattstunden im Jahr, mehr als alles, was wir simuliert haben.
Was wir nicht wissen
- Wann dein Auto lädt. Davon hängt der Eigenverbrauch am stärksten ab, und wir kennen es nicht.
- Andere Standorte und Ausrichtungen. Gerechnet ist Zürich, Süden. Das Tessin, das Wallis und eine Ostwest-Anlage sind nicht gemessen.
- Den Markt. Zwei Anbieter sind eine Stichprobe, und ein Preis ist eine Momentaufnahme.
Wie Strom aus dem Autoakku ins Haus zurückkommt, steht im Beitrag Bidirektionales Laden, das Laden ohne eigene Wallbox in E-Auto ohne Wallbox und die Betriebskosten insgesamt auf Gesamtkosten.
Quellen: Ertrag und Eigenverbrauch aus eigener Simulation mit PVGIS des Joint Research Centre der EU, Standort Zürich, Stand 14. September 2026: pvanlagen.json ↗. Haushaltstarif: ElCom, Profile H4 und H5, Tarifjahr 2026, netto. Mindestvergütung: Artikel 12 Absatz 1bis der Energieverordnung. Gerätepreise von LANDI und Helion, gelesen am 14. September (LANDI) und am 11. September 2026 (Helion): pvgeraete.json ↗.
Transparenz: Gerechnet ist eine Dachanlage bei 4’500 und bei 7’500 Kilowattstunden Jahresverbrauch, den beiden Stufen H4 und H5 der ElCom. Der Unterschied von 3’000 Kilowattstunden ist der Verbrauch des Autos, der Wert von 18 Kilowattstunden auf 100 Kilometer stammt aus der Einordnung der Haushalte auf unserer Seite. Das Lastprofil ist eine Annahme. Die Preise der Geräte sind Momentaufnahmen vom 11.09.2026 und 14.09.2026.