Formel E · Markt
Formel E (1/3): Die Marken im Rennen und ihre Schweizer Zahlen
Sieben Hersteller bauen für die Formel-E-Saison 2026/27 einen Antrieb. Fünf davon verkaufen in der Schweiz Personenwagen unter eigenem Namen: Porsche, Jaguar, Nissan, Citroën und Opel. Ihre Marken haben in den ersten acht Monaten 2026 zusammen 2’398 Steckerfahrzeuge zugelassen, 4,3 Prozent aller 55’986.
Wer in der Saison 2026/27 fährt
Die Saison beginnt im Dezember in Jeddah und ist die erste mit dem Rennwagen der vierten Generation. Welches Team mit welchem Antrieb antritt, steht mit den Belegen auf unserer Formel-E-Seite. Für diesen Beitrag zählt eine Unterscheidung: Ein Werksteam fährt den Antrieb seines Herstellers, ein Kundenteam kauft ihn ein.
Mahindra und Lola, das mit Yamaha antritt, haben in der Schweiz keine Personenwagenmarke. DS Automobiles ist nach der Saison 2025/26 ausgestiegen. Opel ist neu dabei, Porsche meldet ein zweites Werksteam, und Nissan liefert den Antrieb neu auch an Andretti. Cupra steht im Namen des Kundenteams CUPRA KIRO, das mit Porsche-Antrieb fährt; als Hersteller ist die Marke nicht gemeldet.
Was ihre Marken in der Schweiz zulassen
| Hersteller | Steckerfahrzeuge | davon rein elektrisch | Vorjahr, gleiche Monate |
|---|---|---|---|
| Porsche | 1’288 | 808 | 1’509 |
| Citroën | 459 | 387 | 469 |
| Opel | 442 | 375 | 471 |
| Nissan | 209 | 209 | 337 |
| Jaguar | 0 | 0 | 91 |
| Zusammen | 2’398 | 1’779 | 2’877 |
Alle fünf liegen unter dem Vorjahr, zusammen um 16,6 Prozent. Der Steckermarkt ist im selben Zeitraum um 20,9 Prozent gewachsen, von 46’314 auf 55’986 Fahrzeuge. Porsche steht mit 1’288 auf Platz 14 von 61 Marken, davon sind 540 ein Macan. Jaguar hat in den acht Monaten kein Steckerfahrzeug zugelassen, nach 91 im Vorjahr. Die Produktion von I-Pace und E-Pace ist ausgelaufen, das meldet Magna, das beide in Graz gebaut hat. Das nächste Modell, der viertürige Elektro-GT Type 01, wird am 6. Oktober 2026 in New York enthüllt; Marktstart und Preis hat Jaguar noch nicht bekanntgegeben.
Aus dem Verkehr verschwunden ist der I-Pace nicht. Von den 1’201 I-Pace der Jahrgänge 2018 bis 2023, die in der Schweiz neu in Verkehr kamen, sind heute noch 971 immatrikuliert, 80,8 Prozent. Bei allen Elektroautos derselben Jahrgänge sind es 93,0 Prozent. Ob ein I-Pace exportiert, verschrottet oder mit hinterlegten Schildern abgestellt wurde, unterscheidet der Fahrzeugbestand des ASTRA nicht. Zum Verkauf standen am 27.09.2026 auf der Occasionsplattform AutoUncle 73 I-Pace und in der Occasionsbörse von Jaguar Schweiz 21; wie viele Fahrzeuge an beiden Stellen stehen, wissen wir nicht. Beide Zahlen sind von Hand abgelesen. Für 2024 und 2025 steht keine Zahl da, weil wir ein Modell erst ab 40 Neuzulassungen je Jahrgang auswerten.
Die grössten Steckermarken sind ausgestiegen
BMW, Mercedes-Benz und Audi stehen im Schweizer Steckermarkt auf den Plätzen 1, 4 und 5. Zusammen kommen sie auf 13’245 Fahrzeuge, 23,7 Prozent. Alle drei hatten ein Werksteam in der Formel E: Audi und BMW fuhren bis zur Saison 2020/21, Mercedes-Benz bis 2021/22.
BMW schrieb in der Mitteilung zum Ausstieg, die Möglichkeiten dieser Form des Technologietransfers seien «im Wesentlichen ausgeschöpft». Mercedes-Benz nannte die Konzentration auf das Kerngeschäft, Audi verlegte das Werksprogramm auf die Rallye Dakar und die Langstrecke. Was die Hersteller als Übertrag aus dem Rennwagen nennen, prüft Teil 2.
Was das für einen Kauf heisst
- Ein Rennprogramm sagt wenig über das Schweizer Angebot. Die fünf Marken im Rennen setzen hier zusammen weniger Steckerfahrzeuge ab als BMW allein.
- Was eine Marke hier verkauft, zeigt ihre Markenseite. Dort stehen alle Modelle mit Zulassungen, Monat für Monat.
- Technik aus dem Rennen ist eine Angabe des Herstellers. Welche Übertragungen belegt sind und welche nur behauptet werden, steht in Teil 2.
Was wir nicht wissen
- Ob der Rennsport Käufer bewegt. Eine Zulassung sagt nicht, warum jemand eine Marke gewählt hat. Eine Befragung dazu liegt uns für die Schweiz nicht vor.
- Drei Angaben zur Teamliste sind offen: der Name des zweiten Porsche-Werksteams, die Zulassung von Fortescue Zero durch FIA und Formel E und der Teamname von Lola. Änderungen stehen auf der Formel-E-Seite, die wöchentlich nachgeführt wird.
- Personenwagen ohne Stecker haben wir nicht nach Marke ausgewertet. Für Porsche und Jaguar wäre der Anteil am ganzen Markt deshalb eine andere Zahl.
Quellen: Formel E, «Formula E and the FIA announce provisional 2026-27 calendar» (23.06.2026), dazu die Teammeldungen der Hersteller, verlinkt auf der Formel-E-Seite. Ausstiege: BMW Group PressClub (02.12.2020), The Race zu Audi (30.11.2020), Motor Sport Magazine zu Mercedes-Benz (18.08.2021). Jaguar: Magna, Ergebnisse drittes Quartal 2025, und Jaguar, Mitteilung zum Type 01 (12.08.2026). Zulassungen: auto-schweiz, Stecker-Statistik der ersten acht Monate 2026 und 2025, über src/payload.js. Bestandsdaten: ASTRA, Informationssystem Fahrzeuge (IVZ), Auszug vom 02.09.2026, über static/fahrzeugverbleib.json. Occasionen: AutoUncle und Occasionsbörse Jaguar Schweiz, von Hand abgelesen am 27.09.2026.
Transparenz: Gezählt sind Steckerfahrzeuge, also rein elektrische Autos und Plug-in-Hybride. Eine Marke zählt zu einem Hersteller im Rennen, wenn er für 2026/27 ein Werksteam stellt oder einen Antrieb liefert; ein Name im Teamnamen zählt nicht. Jede Zahl dieses Beitrags wird bei jedem npm test aus den Monatswerten und dem Fahrzeugbestand nachgerechnet und im Text gesucht, in allen vier Sprachen.