Marktbericht · September 2026

Mehr als jedes dritte neue Auto fährt elektrisch

Im September 2026 wurden in der Schweiz 21’948 Personenwagen neu zugelassen, 9,6 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahrs. Rein elektrisch waren davon 7’784 — 35,5 Prozent, also mehr als jedes dritte neue Auto. Ein Jahr zuvor waren es im selben Monat 25,7 Prozent. Der Gesamtmarkt wächst, der Elektroanteil wächst schneller.

Zwei Bewegungen, die in dieselbe Richtung zeigen

Über die ersten neun Monate sind es 173’537 Personenwagen, 2,7 Prozent mehr als 2025. Rein elektrisch waren 45’010 oder 25,9 Prozent, mit Stecker — also einschliesslich Plug-in-Hybriden und Range-Extendern — 66’294 oder 38,2 Prozent. Im Vorjahreszeitraum lagen dieselben Werte bei 21,0 und 32,0 Prozent.

Der einzelne Monat liegt deutlich über dem Jahresschnitt, und das ist kein Ausreisser nach oben, sondern das übliche Muster: der Steckeranteil steigt gegen Jahresende, weil Hersteller ihre Flottenziele erreichen müssen. Wer aus dem September auf das Gesamtjahr schliesst, überschätzt. Wer den Jahresschnitt für den aktuellen Stand hält, unterschätzt.

Die Rangliste und der Quartalsrhythmus

Modell|Jan–Sep 2026|VorjahrTesla Model Y|4’044|3’363 Škoda Elroq|2’539|1’895 Škoda Enyaq|2’494|1’786 Volvo EX30|1’647|1’263 BMW iX3|1’242|0

Das Tesla Model Y führt die Rangliste mit 4’044 Fahrzeugen und wächst um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Škoda steht mit Elroq und Enyaq zweimal darunter und käme zusammengezählt auf 5’033 — mehr als das Model Y. Elroq wächst um 34 Prozent, Enyaq um 40, der Volvo EX30 auf Platz vier um 30: alle drei schneller als das Model Y. Im September allein ist das Verhältnis umgekehrt: 1’679 Model Y gegen 312 Elroq und 278 Enyaq. Dahinter steht kein Marktumschwung, sondern Teslas Lieferrhythmus. Über die neun Monate liegen die Quartalsendmonate März, Juni und September im Schnitt bei 1’384 Fahrzeugen, die übrigen sechs bei 161 — Faktor 8,6. Bei Škoda ist dasselbe Verhältnis 1,08. Für Tesla trägt deshalb der Jahresvergleich, der Monatswert hängt am Quartal.

Mehr als jedes dritte neue Auto fuhr im September rein elektrisch. Vor einem Jahr war es jedes vierte.

Was das für einen Kauf heisst

Ein Modell, das 2’000 Mal im Jahr zugelassen wird, hat in drei Jahren einen Occasionsmarkt. Eines mit 200 hat keinen. Das ist der praktische Kern dieser Zahlen: Verbreitung entscheidet später über Wiederverkaufswert, Werkstattdichte und Ersatzteilversorgung — nicht die Testnote beim Marktstart.

Wer heute kauft und in drei bis vier Jahren wieder verkaufen will, sieht sich deshalb besser die Jahressumme an als den Monat. Wer ein Auto lange behält, kann den Radar umgekehrt lesen: ein selten zugelassenes Modell ist in fünf Jahren günstig zu haben, weil der Occasionsmarkt es nicht kennt.

Was diese Zahlen nicht sagen

Sie zählen Neuzulassungen, nicht Verkäufe. Ein Fahrzeug, das ein Importeur auf sich selbst einlöst, steht darin genauso wie eines, das eine Privatperson bestellt hat. Sie decken auch den Gebrauchtimport nicht ab, der noch einmal rund ein Viertel obendrauf bringt — dazu steht ein eigener Beitrag im Blog. Und sie sagen nichts über den Bestand: 24,6 Prozent der Neuwagen sind rein elektrisch, aber nur gut 5 Prozent aller Personenwagen auf Schweizer Strassen.

Quellen: auto-schweiz, Neuzulassungsstatistik (Stecker-Datei und Gesamtmarkt MOFIS), Stichtag 30.09.2026, Personenwagen Schweiz und Fürstentum Liechtenstein. Register dahinter: ASTRA, Informationssystem Verkehrszulassung (IVZ). Antriebsanteile gegengerechnet mit dem offenen ASTRA-Datensatz Neuzulassungen über opendata.astra.admin.ch. Die vollständige Auswertung samt Datenauszug steht im Marktbericht zum selben Stichtag, verlinkt unter «Blog».

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