Marktbericht · August 2026
Der Markt schrumpft, die Elektroautos wachsen
Im August 2026 wurden in der Schweiz 16’047 Personenwagen neu zugelassen, 0,6 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahrs. Rein elektrisch waren davon 4’800 — 29,9 Prozent, also fast jedes dritte neue Auto. Ein Jahr zuvor waren es im selben Monat 20,0 Prozent. Der Gesamtmarkt steht still, und trotzdem verschiebt sich, was verkauft wird.
Zwei Bewegungen, die in dieselbe Richtung zeigen
Über die ersten acht Monate sind es 151’589 Personenwagen, 1,8 Prozent mehr als 2025. Rein elektrisch waren 37’226 oder 24,6 Prozent, mit Stecker — also einschliesslich Plug-in-Hybriden und Range-Extendern — 55’986 oder 36,9 Prozent. Im Vorjahreszeitraum lagen dieselben Werte bei 20,4 und 31,1 Prozent.
Der einzelne Monat liegt deutlich über dem Jahresschnitt, und das ist kein Ausreisser nach oben, sondern das übliche Muster: der Steckeranteil steigt gegen Jahresende, weil Hersteller ihre Flottenziele erreichen müssen. Wer aus dem August auf das Gesamtjahr schliesst, überschätzt. Wer den Jahresschnitt für den aktuellen Stand hält, unterschätzt.
Die Rangliste kippt
Das Tesla Model Y führt die Rangliste noch an, verliert aber 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Škoda steht mit Elroq und Enyaq zweimal darunter und käme zusammengezählt auf 4’443 Fahrzeuge — fast das Doppelte. Im August allein liegen beide Škoda vor dem Model Y. Das ist keine Momentaufnahme: Elroq und Enyaq wachsen um 49 und 44 Prozent, der Volvo EX30 um 48.
Fast jedes dritte neue Auto fuhr im August rein elektrisch. Vor einem Jahr war es jedes fünfte.
Was das für einen Kauf heisst
Ein Modell, das 2’000 Mal im Jahr zugelassen wird, hat in drei Jahren einen Occasionsmarkt. Eines mit 200 hat keinen. Das ist der praktische Kern dieser Zahlen: Verbreitung entscheidet später über Wiederverkaufswert, Werkstattdichte und Ersatzteilversorgung — nicht die Testnote beim Marktstart.
Wer heute kauft und in drei bis vier Jahren wieder verkaufen will, sieht sich deshalb besser die Jahressumme an als den Monat. Wer ein Auto lange behält, kann den Radar umgekehrt lesen: ein selten zugelassenes Modell ist in fünf Jahren günstig zu haben, weil der Occasionsmarkt es nicht kennt.
Was diese Zahlen nicht sagen
Sie zählen Neuzulassungen, nicht Verkäufe. Ein Fahrzeug, das ein Importeur auf sich selbst einlöst, steht darin genauso wie eines, das eine Privatperson bestellt hat. Sie decken auch den Gebrauchtimport nicht ab, der noch einmal rund ein Viertel obendrauf bringt — dazu steht ein eigener Beitrag im Blog. Und sie sagen nichts über den Bestand: 24,6 Prozent der Neuwagen sind rein elektrisch, aber nur gut 5 Prozent aller Personenwagen auf Schweizer Strassen.
Quellen: auto-schweiz, Neuzulassungsstatistik (Stecker-Datei und Gesamtmarkt MOFIS), Stichtag 31.08.2026, Personenwagen Schweiz und Fürstentum Liechtenstein. Register dahinter: ASTRA, Informationssystem Verkehrszulassung (IVZ). Antriebsanteile gegengerechnet mit dem offenen ASTRA-Datensatz Neuzulassungen über opendata.astra.admin.ch. Die vollständige Auswertung samt Datenauszug steht im Marktbericht zum selben Stichtag, verlinkt unter «Blog».