Leasing oder Miete
Zulassungszahlen aus den Original-Excel-Dateien von auto-schweiz, selbst ausgewertet. Stand 2026-08-31.
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Leasing oder Miete?
Beim Kauf zahlst du das Auto. Beim Leasing zahlst du nur, was es in deiner Zeit an Wert verliert. Bei Elektroautos kehrt das gerade das übliche Urteil um.
- Ein Leasingvertrag finanziert nicht den Kaufpreis, sondern den erwarteten Wertverlust — deshalb entscheidet nicht die Rate, sondern wer den Restwert trägt.
- Weil Elektroautos derzeit ungewöhnlich schnell an Wert verlieren, kann operatives Leasing hier günstiger sein als Kauf — nicht wegen der Rate, sondern weil das Risiko beim Anbieter liegt.
- Vergleiche nie über die Monatsrate, sondern über die Gesamtkosten: Anzahlung plus alle Raten plus Schlussrate. Der Rechner weiter unten macht genau das.
Du kaufst nicht das Auto, du kaufst den Wertverlust
Finanziert wird die Differenz zwischen Kaufpreis und erwartetem Restwert — nicht der ganze Preis.
Ein Leasingvertrag rechnet so: Fahrzeugpreis minus dem Wert, den das Auto am Ende der Laufzeit noch haben soll. Diese Differenz plus Zins verteilt sich auf die Monate.
Daraus folgt alles Weitere. Je höher der angesetzte Restwert, desto tiefer die Rate — und desto grösser das Risiko, dass er am Ende nicht erreicht wird. Zwischen den Vertragsformen unterscheidet vor allem, wer den Restwert trägt.
Das Rechenbeispiel dazu
Ein Elektroauto zu CHF 50’000, vier Jahre Laufzeit, angesetzter Restwert CHF 22’000. Finanziert werden CHF 28’000 plus Zins — nicht CHF 50’000. Bei 48 Monaten sind das rund CHF 583 Kapitalanteil, dazu der Zins.
Setzt der Anbieter den Restwert stattdessen auf CHF 26’000, sinkt der Kapitalanteil auf rund CHF 500 im Monat. Die Rate sieht besser aus, das Risiko am Ende ist grösser: Erreicht das Fahrzeug die CHF 26’000 nicht, zahlt beim Finanzleasing der Leasingnehmer die Differenz.
Vier Wege — und der Restwert entscheidet zwischen ihnen
Beim Finanzleasing trägst du das Restwertrisiko, bei Full-Service und Abo der Anbieter. Alles andere folgt daraus.
| Weg | Wer trägt den Restwert | Bindung | Was enthalten ist |
|---|---|---|---|
| Finanzleasing | du | 24–60 Monate | nur die Finanzierung |
| Operatives Leasing / Full-Service | Anbieter | 24–60 Monate | Wartung, Reifen, Steuern, oft Versicherung |
| Auto-Abo | Anbieter | 1–24 Monate | praktisch alles ausser Strom |
| Leasingübernahme | ursprünglicher Vertrag | Restlaufzeit | was im übernommenen Vertrag steht |
Die zweite Spalte ist die entscheidende. Beim Finanzleasing bleibt das Restwertrisiko bei dir: Ist das Auto am Ende weniger wert als angesetzt, zahlst du die Differenz. Bei operativem Leasing und Abo trägt es der Anbieter — und lässt es sich über die Rate bezahlen.
Bei Elektroautos kann Leasing ausnahmsweise das bessere Geschäft sein
Nicht weil die Rate tiefer ist, sondern weil das Wertverlustrisiko woanders liegt.
Gebrauchte Elektroautos verloren 2025 im Schnitt 8,3 Prozent an Wert, gebrauchte Benziner 0,2 Prozent. Im ersten Quartal 2026 kamen bei den E-Autos weitere 3,2 Prozent dazu. Die Zahlen stehen unter «Occasion oder neu».
Das dreht das übliche Argument um. Wer heute ein Elektroauto kauft, trägt ein Wertverlustrisiko, das niemand seriös beziffern kann — kurze Modellzyklen, fallende Neupreise, eine Ladetechnik, die sich jedes Jahr verbessert. Wer operativ least oder abonniert, schiebt genau dieses Risiko zum Anbieter.
Bei einem Verbrenner ist Leasing meist die teurere Art zu fahren. Bei einem Elektroauto in dieser Marktphase kann es die günstigere sein.
An dieser Stelle steht im gleichnamigen Bereich der Startseite ein Rechner. Er läuft dort, weil er JavaScript braucht — hier stünde nur ein Eingabefeld, in das man tippen kann, ohne dass etwas passiert.
Die vier Zahlen, die den Vertrag bestimmen
Anzahlung, Laufzeit, Kilometergrenze, Restwert. Alle vier verschieben nur, wann und von wem gezahlt wird — nicht, wie viel das Auto kostet.
Anzahlung
Sie ist kein Rabatt, sondern eine Vorauszahlung — und im Totalschaden kann sie verloren sein.
Auch Sonderzahlung oder Erstrate. Sie senkt die Monatsrate, aber du zahlst denselben Betrag, nur früher.
Was dabei übersehen wird: Wird das Fahrzeug nach acht Monaten gestohlen oder ist es ein Totalschaden, zahlt die Versicherung den Zeitwert an den Leasinggeber. Deine Anzahlung ist dann anteilig abgefahren, der Rest kann verloren sein. Eine GAP-Deckung schliesst diese Lücke — bei Full-Service-Verträgen ist sie häufiger enthalten als beim Finanzleasing.
Laufzeit
Länger heisst tiefere Rate und höhere Gesamtkosten — beim Elektroauto zusätzlich: mehr Zeit ausserhalb der Batteriegarantie.
Üblich sind 24 bis 60 Monate.
Die Batteriegarantie läuft typischerweise acht Jahre oder 150’000 bis 200’000 Kilometer und garantiert meist 70 Prozent Restkapazität. Eine Laufzeit, die darüber hinausgeht, verschiebt ein Risiko zu dir, das vorher der Hersteller trug. Bei einem Neuwagenleasing über 48 Monate spielt das keine Rolle. Bei der Übernahme eines schon vierjährigen Fahrzeugs sehr wohl.
Kilometerleistung
Setz die Grenze eher zu hoch als zu tief — Mehrkilometer kosten mehr, als Minderkilometer zurückbringen.
Der Restwert steht und fällt mit der Laufleistung. Deshalb eine Kilometergrenze im Vertrag, darüber hinaus Nachzahlung pro Kilometer. Unterschreiten bringt wenig zurück — die Rückvergütung ist fast immer tiefer als der Nachzahlungssatz.
Restwert und Rückgabe
Hier entstehen die meisten Streitigkeiten — und zwei Schritte verhindern die meisten davon.
Bei der Rückgabe wird begutachtet, und was über normale Gebrauchsspuren hinausgeht, wird als Minderwert verrechnet. Was «normal» heisst, steht in einem Rückgabekatalog, den die wenigsten vor Vertragsabschluss lesen.
- Lass dir den Rückgabekatalog vor der Unterschrift geben. Er ist Teil des Vertrags, aber selten Teil des Verkaufsgesprächs.
- Mach vier bis sechs Wochen vor der Rückgabe eine Vorabbegutachtung. Dann kannst du kleinere Schäden selbst günstiger beheben lassen, statt sie zum Werkstattpreistarif verrechnet zu bekommen.
Beim Elektroauto zusätzlich: Lass rechtzeitig einen Batterietest machen und das Zertifikat beilegen. Liegt der SoH über dem Erwartungswert, ist das ein Argument gegen einen Minderwertabzug. Wie und wo, steht im Blog unter «Wo du den Batteriecheck machst».
Was in der Schweiz rechtlich gilt
Leasingverträge mit Privatpersonen fallen in der Schweiz unter das Konsumkreditgesetz. Daraus folgen Dinge, die im Vertrag nicht wegbedungen werden können: ein Widerrufsrecht, eine Obergrenze für den effektiven Jahreszins, eine Pflicht zur Kreditfähigkeitsprüfung, Schriftform und Ausweis der Gesamtkosten.
Für Firmen gilt das nicht. Ein Leasingvertrag auf die Firma ist ein Vertrag unter Kaufleuten — ohne Widerrufsrecht und ohne Zinsobergrenze. Wer als Selbständiger das Fahrzeug auf die Firma nimmt, verzichtet auf diesen Schutz. Das ist selten bewusst.
Lücke, offen benannt: Diese Angaben stammen aus allgemeiner Kenntnis des Konsumkreditgesetzes, nicht aus dem Gesetzestext. Weder die Frist des Widerrufsrechts noch die Obergrenze für den Jahreszins stehen hier mit einer Zahl, solange sie nicht belegt sind — die Obergrenze wird zudem periodisch angepasst. Ebenfalls unbelegt: ob eine GAP-Deckung bei Schweizer Full-Service-Verträgen üblich enthalten ist, und um wie viel die Rückvergütung für Minderkilometer unter dem Nachzahlungssatz liegt.
Leasingübernahme: kurze Restlaufzeit, aber rechne nach
Ein Vertrag aus 2023 rechnet mit einem Restwert, den ein Elektroauto heute kaum noch erreicht — die Rate darin ist eher zu hoch als zu tief.
Du übernimmst einen laufenden Leasingvertrag von jemandem, der aussteigen will. Restlaufzeit, Rate und Kilometergrenze stehen fest und sind transparent. Es gibt dafür Schweizer Marktplätze, und der Übertrag läuft über die Leasinggesellschaft, die dem Wechsel zustimmen und deine Bonität prüfen muss.
Wofür es sich lohnt: Kurze Restlaufzeiten von einem oder zwei Jahren, die du neu so nicht bekommst. Keine Anzahlung, wenn der Vorbesitzer sie schon geleistet hat. Und ein Fahrzeug, das sofort verfügbar ist, statt mit Lieferzeit.
Der Haken, den die Anbieter nicht nennen: Der Vertrag wurde zu dem Zeitpunkt kalkuliert, an dem er abgeschlossen wurde. Bei Elektroautos sind die Restwerte seither gefallen. Der ursprüngliche Leasingnehmer gibt nicht aus Grosszügigkeit ab, sondern weil er in einem Vertrag sitzt, der sich für ihn nicht mehr rechnet.
Deshalb der Test vor jeder Übernahme: Rechne die verbleibenden Raten plus allfällige Schlusszahlung zusammen und stell sie gegen ein neues Angebot für ein vergleichbares Fahrzeug über dieselbe Dauer — der Rechner oben macht genau das. Ist die Übernahme nicht deutlich günstiger, übernimmst du das Problem des Vorbesitzers.
Bei Verbrennern fällt der Vergleich häufiger zugunsten der Übernahme aus, weil deren Restwerte stabil geblieben sind.
Miete: wenn die Bindung das Problem ist
Je kürzer die Bindung, desto teurer pro Monat. Was du kaufst, ist die Ausstiegsmöglichkeit.
| Dauer | Form | Anbieter | Was du beachtest |
|---|---|---|---|
| Tage bis Wochen | klassische Autovermietung | Sixt, Europcar, Hertz, Avis | Pro Tag am teuersten, dafür ohne jede Bindung |
| 1–24 Monate | Mid-Term Rental | Arval, Ayvens, Vermieter mit eigenen Programmen | Ursprünglich ein Firmenprodukt, zunehmend auch für Private |
| 1–24 Monate | Auto-Abo | siehe Anbieterliste | Monatliche Pauschale, meist alles ausser Strom |
| ab 24 Monaten | Leasing | Hersteller und unabhängige Leasinggeber | Günstigste Monatsrate, längste Bindung |
Die Grenze zwischen Mid-Term Rental und Auto-Abo verschwimmt. Sachlich ist es dasselbe Produkt aus zwei Richtungen: Die Vermieter verlängern ihre Mietdauer nach oben, die Abo-Anbieter kommen von der Flottenseite. Für dich zählt nicht das Etikett, sondern was in der Rate steckt und wie kurz du kündigen kannst.
Die Anbieter im Schweizer Auto-Abo-Markt
Woher ein Anbieter kommt, erklärt, wie er kalkuliert — deshalb ist die Liste nach Herkunft gruppiert und nicht nach Preis.
Was hier steht, ist eine Momentaufnahme mit Datum. Was nicht belegt ist, steht als «nicht geprüft» da und nicht als Schätzung.
Anbieterliste wird geladen …
Was du tatsächlich vergleichst
- Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist. Der grösste Unterschied zwischen den Anbietern und der, der am wenigsten im Preis sichtbar ist. Die Spanne reicht von monatlich kündbar bis zwölf Monate gebunden.
- Kilometerpaket und Satz für Mehrkilometer. Zu klein gewählt heisst Nachzahlung, zu gross heisst, du hast es umsonst bezahlt.
- Selbstbehalt der Versicherung. Alle werben mit «Versicherung inklusive». Der Selbstbehalt im Schadenfall unterscheidet sich erheblich, und er steht selten auf der Angebotsseite.
- Wer fahren darf. Manche Verträge decken nur die Vertragsperson, andere den Haushalt. Und nicht alle Anbieter nehmen Fahrer ab 18.
- Laden. Bei Elektroautos der grösste Kostenblock nach der Rate. Manche legen eine Ladekarte bei, einer wirbt mit kostenlosem Laden — was dort genau inbegriffen ist, gehört gelesen. Die Preisunterschiede an der Säule sind erheblich, siehe «Occasion oder neu».
- Vignette, Lieferung, Rückgabe. Kleinbeträge, aber sie zeigen, wie ein Anbieter kalkuliert. Wer die Vignette jährlich mitgibt statt einmalig, rechnet mit längerer Bindung.
- Übernahme- und Bearbeitungsgebühren. Fallen bei manchen Anbietern beim Start an und sind in der Monatsrate nicht sichtbar.
Woher diese Übersicht stammt und wer daran verdient
Die Anbieterliste stützt sich auf drei Quellen, und zwei davon sind Partei:
FlexDrive ist ein Vergleichsportal, das nach eigenen Angaben über Empfehlungscodes für einen Internetanbieter und ein Statistikwerkzeug finanziert wird — also nicht über die verglichenen Anbieter. Es listet 19 Anbieter mit Filtern nach Mindestdauer, Kündigungsfrist und Elektroantrieb.
buyauto.ch vergleicht Auto-Abos und empfiehlt am Ende die Leasingübernahme — das eigene Produkt. Der Betreiber schreibt das offen dazu. Die Vergleichstabelle ist trotzdem brauchbar, die Schlussfolgerung liest man mit diesem Wissen.
Clyde vergleicht sich in einer eigenen Übersicht mit dem direkten Konkurrenten Carvolution und kommt dabei gut weg. Die Angaben zum eigenen Leistungsumfang sind belastbar, die Bewertung nicht neutral.
Diese Seite verdient an keinem der genannten Anbieter etwas — es sei denn, es kommt eine Vermittlungsvereinbarung zustande. Dann steht es hier, und der Betrag ist für jeden Anbieter derselbe.
Der Denkfehler beim Abo: «alles inklusive» heisst nicht «am günstigsten»
Ein Auto-Abo bündelt Versicherung, Service, Reifen und Steuern in eine Rate. Das macht es bequem und pro Monat teurer als ein vergleichbares Leasing, bei dem du diese Posten selbst trägst. Der Aufschlag ist der Preis für Bequemlichkeit und für die kurze Bindung.
Rechne beide Wege gegeneinander: Leasingrate plus Versicherung plus Service plus Reifen plus Steuern gegen die Abo-Rate. Beim Elektroauto fällt der Vergleich knapper aus als gedacht, weil ein E-Auto weniger Verschleissteile hat und der Serviceposten kleiner ist.
Und zieh die Optionswerte ein. Wer nach einem Jahr merkt, dass ein Elektroauto doch nicht in seinen Alltag passt, steigt aus einem Abo mit kurzer Kündigungsfrist aus und aus einem Vierjahresleasing nicht. Diese Ausstiegsoption ist etwas wert — bei einer Technik, die du zum ersten Mal fährst, ziemlich viel.
Was für welchen Fall passt
Die Haltedauer entscheidet: unter einem Jahr Abo, drei bis fünf Jahre operatives Leasing, über sieben Jahre Kauf.
- Kaufen, wenn du das Auto länger als sieben Jahre fährst, viel fährst und zuhause laden kannst. Dann verteilt sich der Wertverlust über genug Jahre und du zahlst niemandem eine Marge für die Übernahme eines Risikos.
- Operativ leasen, wenn du drei bis fünf Jahre planst, planbare Kosten willst und das Restwertrisiko nicht tragen möchtest — bei Elektroautos in dieser Marktphase ein ernstzunehmendes Argument.
- Abonnieren, wenn du unter zwölf Monaten planst, das Elektroauto erst ausprobieren willst oder eine Übergangslösung brauchst.
- Leasing übernehmen, wenn du eine kurze Restlaufzeit suchst, sofort ein Fahrzeug brauchst — und die Gegenrechnung gemacht hast.
- Mieten, wenn es um Tage oder Wochen geht.
- Finanzieren statt leasen, wenn du das Auto ohnehin behalten willst. Dann ist ein Kredit oft günstiger, weil du dir Restwertkonstruktion und Rückgabekatalog sparst.
Keine Preisliste, und warum nicht
Monatsraten hängen vom Modell, der Laufzeit, der Kilometerleistung, der Anzahlung und dem Tagesangebot ab. Eine Preisliste wäre hier in wenigen Wochen falsch, und eine falsche Zahl ist schlechter als keine. Dasselbe gilt für Selbstbehalte und Kilometersätze: Sie stehen bei den meisten Anbietern erst im Konfigurator und sind modellabhängig.
Was diese Seite leistet: die Mechanik erklären, damit du ein Angebot lesen kannst, und die Anbieter so vergleichen, dass du weisst, wen du überhaupt anfragen sollst. Die Zahlen holst du dort — und rechnest sie hier gegen den Kauf.
Wo es weitergeht
Wertverlust, Ladepreise und Batterietest stehen unter Occasion oder neu. Die Gegenrechnung zum Kauf macht Mein E-Auto. Wo du den Batteriecheck machst, steht im Blog. Und für mehrere Fahrzeuge gilt der Reiter Flotte.